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Flugverspätung

Grundsätzlich steht Reisenden wegen Verspätung nach der EU-Fluggastrechteverordnung unter bestimmten Voraussetzungen ein Anspruch auf Betreuungsleistung und Unterstützungsleistung zu, nicht jedoch ein Anspruch auf Ausgleichszahlung. Dies hat der europäische Gerichtshof (EuGH) dergestalt korrigiert, als er entschieden hat, dass Fluggäste verspäteter Flüge den Fluggästen mit einer Annullierung im Hinblick auf die Anwendung des Ausgleichsanspruchs gleichzustellen sind, wenn sie aufgrund des verspäteten Fluges einen Zeitverlust am Endziel von mehr als drei Stunden erleiden.

Bei einer Abflugverzögeurng stehen dem Reisenden Betreuungs- und Unterstützungsleistungen zu, wenn sich der Abflug

  • bei einer Entfernung von bis einschließlich 1.500 km um 2 Stunden
  • bei einer Entfernung von mehr als 1.500 km innerhalb der Gemeinschaft um 3 Stunden
  • bei anderen Flügen von 1.500 – 3.500 km von 3 Stunden
  • bei allen weiteren Flügen von 4 Stunden

verzögert.

Sofern absehbar ist, dass die vorgenannten Mindestverspätungen eintreten, haben Sie Anspruch auf

  • Mahlzeiten und Erfrischungen in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit
  • Hotelübernachtung und Transfer zum Hotel, wenn der zu erwartende Abflug erst am Tag nach der angekündigten Abflugzeit liegt.
  • Bei einer Verspätung von mindestens fünf Stunden hat der Reisende Anspruch auf Erstattung der Flugscheinkosten und ggf. Rückflug zum ersten Flughafen der Reise.

Ein Anspruch auf Ausgleichszahlung besteht erst, wenn der Reisende das Endziel um mehr als drei Stunden (große Verspätung) erreicht. Diese kann allerdings um 50 % gekürzt werden, wenn Ihnen eine Alternativbeförderung zum Endziel angeboten wird, deren Ankunftszeit

  • bei Flügen bis einschließlich 1.500 km 2 Stunden
  • bei Flügen innerhalb der EU von mehr als 1.500 km 3 Stunden
  • bei anderen Flügen zwischen 1.500 und 3.500 km 3 Stunden
  • bei allen anderen Flügen 4 Stunden

nicht überschreitet.

Wie bei der Nichtbeförderung oder der Annullierung (Flugausfall) muss die Airline dann keine Ausgleichszahlung leisten, wenn die Verspätung aufgrund eines außergewöhnlichen Umstandes eintritt.

Maßgeblich für eine Ankunftsverspätung ist das Öffnen der Flugzeugtür, um den Passagieren das Verlassen des Flugzeugs zu ermöglichen . Es kommt nicht darauf an, wann das Flugzeug auf der Landebahn aufsetzt.

Ein Anspruch auf Ausgleichszahlung wegen (großer) Verspätung besteht bei Linienflügen, Charterflügen und Billigairlines.

Auch Passagieren, die aufgrund Verspätung eines Zubringerfluges den Anschlussflug verpassen steht bei Erfüllung auch der übrigen Voraussetzungen grundsätzlich ein Anspruch auf Entschädigung zu. Unbeachtlich ist hierbei, ob der Anschlussflug in der EU beginnt oder in einem Drittstaat.

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