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Nichtbeförderung

Ein Anspruch auf Ausgleichszahlung besteht neben der Annullierung und Flugverspätung auch dann, wenn die Nichtbeförderung gegen Ihren Willen geschieht. Oftmals überbuchen Fluggesellschaften Flüge und hoffen, dass nicht alle gebuchten Reisenden den Flug wahrnehmen.

Für den Fall einer Überbuchung kann die Airline zunächst versuchen, Fluggäste zum freiwilligen Verzicht auf den Flug zu bewegen. Dies geschieht insbesondere durch Anbieten einer Ausgleichszahlung.

Derjenige, der freiwillig auf die Beförderung verzichtet, hat Anspruch auf Erstattung des Flugpreises binnen 7 Tagen oder alternative Beförderung zum Endziel unter gleichen Reisebedingungen und zum frühestmöglichen Zeitpunkt oder zu einem Zeitpunkt nach Wunsch des Fluggastes.

Finden sich allerdings nicht genügend Freiwillige, kann die Fluggesellschaft Reisenden die Beförderung verweigern. Dann hat die Airline nicht nur die vorgenannten Unterstützungsleistungen zu erbringen, insbesondere die Erstattung der Flugkosten oder die Ersatzbeförderung zum Endziel sondern auch Ausgleichszahlung bis zu 600,00 EUR zu erbringen. Wird dem Reisenden eine Ersatzbeförderung angeboten, kann die Fluggesellschaft allerdings die Ausgleichszahlung um 50 % kürzen, wenn die Ankunftszeit der Ersatzbeförderung – je nach Flugstrecke – nicht später als 2 – 4 Stunden gegenüber der planmäßigen Ankunftszeit erfolgt.

Eine Nichtbeförderung kommt jedoch nicht nur im Fall der Überbuchung vor. Auch aus anderen Gründen wird die Beförderung hier und da verweigert. Insbesondere kommt hier der Fall in Betracht, in dem der Reisende ohne Verschulden die Boardingtime verpasst und ihm der Zutritt zum Flugzeug verweigert wird, obwohl dies noch möglich ist.

Eine Nichtbeförderung im Sinne der EU-Fluggastrechteverordnung mir den sich daraus ergebenden Ansprüchen liegt allerdings dann nicht vor, wenn die Fluggesellschaft vertretbare Gründe für die Nichtbeförderung vorweisen kann. Ein solcher vertretbarer Grund kann gegeben sein im Zusammenhang mit der körperlichen Gesundheit des Reisenden, in der allgemeinen oder betrieblichen Sicherheit, unzureichenden Reiseunterlagen oder einem zu späten Erscheinen am Check-In-Schalter.

Auch bei einer Nichtbeförderung hat der Fluggast Ansprüche auf Unterstützungsleistungen.

 

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